SCHWARZ-SUPPEN-SCHÜSSEL aus dem Kochbuch „Jean Paul häppchenweise“
Suppe: als Ursuppe, hypothetischer Ursprung allen Lebens; als Schlürfspeise, Jahrtausende lang flüssiger Sattmacher der Menschheit, Meisterwerk der kulinarischen Evolution, Mutter aller Kochkunst. Wahrscheinlich köchelten Ledersäcke voll Suppe/Brei schon vor 15.000 Jahren in tiefen Feuermulden. Spätestens aber seit der Erfindung von irdenen Kochgeschirr vor etwa 8.000 Jahren beginnt der endgültige Siegeszug. Suppe steigt zum Hauptnahrungsmittel auf. Anders als erjagtes Fleisch laufen Wurzeln und Samen nicht weg. Zudem ist sie weit weniger verderblich und parasitenfrei.
Die Vorteile der Suppe sind so zahlreich wie ihre Zutaten: still blubbernd nimmt sie alles in sich auf. Dabei geht nichts verloren, kein Fett, keine Gelatine, kein Nichts. Selbst das zäheste Fleisch wird beim wiederholtem Aufkochen zart, die Suppe sogar immer wohlschmeckender – ähnlichen Effekt beobachtet man übrigens beim Lesen Jean Paulscher Werke.
Zutaten
Zubereitung
Arbeitszeit: 25 Min.
Kochzeit: 20 Min.
Gesamtzeit: 45 Min.
Die Blutwurst aus der Haut pellen und mit allen Zutaten fein pürieren.
Abschmecken.
Die Brühe mit dem Bier erhitzen. Aus dem Teig Knödelchen formen und in der Brühe 4 Minuten köcheln lassen. Heraus nehmen, warm stellen.
Die Möhren in feine Stifte schneiden, frittieren und auf Küchenrolle entfetten.
Salzen.
Sauerkraut und gewürfelte Kartoffeln in etwas Öl anbraten. Mit der heißen Brühe und dem Bockbier ablöschen, weich dünsten.
Fein pürieren und durch ein Sieb streichen. Mit Sahne und Butter binden.
Abschmecken.
Vor dem Servieren die geschlagene Sahne unterziehen.
Suppe in Gläschen füllen. Nocken anspießen und mit dem Möhrenstroh auf der Suppe anrichten.
💡 Tipp/Hinweis
Warum ist die Schwarzsuppe hier weiß? Echte Schwarz-Suppe ist eine Mehlpampe aus Blut und Essig, nötiges Übel für die Armen. Erfunden von den Spartanern als „spartanische“ Soldatennahrung. Am ehesten zu vergleichen mit gebackenem Blut. Wohlschmeckend ist diese Suppe nicht, noch nie beliebt, aber billig. Den Bauern bleibt nichts anderes übrig. Sie dürfen beim Schlachten nur Blut, Innereien und ein paar Markknochen behalten. Blutwurst, Milzwurst, Markklößchen und das oberfränkische Gelüng (Ragout aus Innereien) alles „bestes Fleisch“ für die Armen. Blutknödel in weißer Suppe sind nicht nur einfacher herzustellen, sie schmecken auch richtig gut.
Und das Sauerkraut: Vitamin-C-Lieferant im eisigen oberfränkischen Winter, bis ultimo haltbar und von den ‚Krauts‘ sowieso gerne gegessen – angeblich!
Weitere kulinarische Inspirationen bietet das Kochbuch „Jean Paul häppchenweise“ mit einer Vielzahl liebevoll zusammengestellter Rezepte.