Auf zwei Rädern durch die Heimat: Die Fichtelgebirgsracer und ihre Leidenschaft für den Kornberg

Mountainbiken, Gemeinschaft und ganz viel Heimat: Die Fichtelgebirgsracer sind seit mehr als zehn Jahren im Fichtelgebirge unterwegs. Rund um den Kornberg haben sie ein Mountainbike-Trailnetz mit aufgebaut, engagieren sich für den Nachwuchs und bringen mit dem Kornberg BikeDay jedes Jahr Radsportbegeisterte aus der Region zusammen.
Doch wer steckt eigentlich hinter dem Verein? Was macht den Kornberg für Mountainbiker so besonders und was bedeutet „Freiraum für Macher“ für die Fichtelgebirgsracer?


Von einer kleinen Gruppe zum Mountainbike-Verein
Die Fichtelgebirgsracer gibt es mittlerweile seit über zehn Jahren. Entstanden ist der Verein aus einer kleinen Gruppe begeisterter Mountainbiker rund um den Kornberg – aus Rehau, Schönwald, Selb und Umgebung. Sie verband der Wunsch, den Mountainbike-Sport vor ihrer Haustür attraktiver und bekannter zu machen.
Die Anfänge lagen ungefähr in den Jahren 2011 bis 2013. Damals gab es mit dem Ochsenkopf im südlichen Fichtelgebirge bereits ein entsprechendes Angebot, und auch in Wunsiedel war der Sport vertreten. Direkt rund um Rehau und Schönwald fehlten jedoch weitgehend die Strukturen für das Mountainbiken, wie die Gruppe es betreiben wollte: mit gemeinsamen Rennen, Fahrtechnik und später auch gezielter Nachwuchsförderung.
Der Kornberg lag direkt vor ihrer Haustür, war für den Mountainbike-Sport aber noch wenig erschlossen. Deshalb schlossen sich die Mountainbiker zusammen und wiesen das Kornberg-Trailnetz aus. So entstanden die ersten zusammenhängenden Mountainbike-Routen rund um den Kornberg, die die schönsten Orte und Trails miteinander verbanden.
Parallel waren die Fichtelgebirgsracer gemeinsam bei Rennen unterwegs – von 24-Stunden-Rennen bis zu überregionalen Mountainbike-Veranstaltungen. Sie traten als Gruppe auf, unterstützten sich gegenseitig und entwickelten daraus nach und nach ein aktives Vereinsleben.
Im Laufe der Jahre kam die Jugendförderung hinzu. Vereinsmitglieder ließen sich zu Trainern ausbilden und erwarben entsprechende Lizenzen, um Kindern und Jugendlichen einen fundierten Einstieg in den Mountainbike-Sport zu ermöglichen. Mit dem Cube Cup in der Region gab es dafür auch eine passende Rennserie.
Heute sind die Fichtelgebirgsracer ein fester Bestandteil der regionalen Radsportgemeinschaft – sowohl im Mountainbike-Sport der Erwachsenen als auch in der Nachwuchsförderung. Aus der gemeinsamen Begeisterung ist ein Verein geworden, der selbst anpackt und Möglichkeiten schafft, damit noch mehr Menschen diesen Sport im Fichtelgebirge erleben können.
Kornberg Bike Day: Gemeinsam die Radsaison ausklingen lassen
Die Idee zum Kornberg Bike Day entstand aus dem Wunsch, gemeinsam einen schönen Saisonabschluss zu erleben. Im Oktober sind die meisten Rennen vorbei und die Rennserien abgeschlossen. Die Ferien sind vorüber, die Tage werden kürzer und das Training verlagert sich zunehmend nach drinnen – auf den Rollentrainer oder ins Fitnessstudio.
Bevor es so weit ist, wollten die Fichtelgebirgsracer noch einmal Radsportfreunde aus der ganzen Region zusammenbringen: aus Hof, Rehau, Selb, Martinlamitz, Wunsiedel und Umgebung.
Der Kornberg ist dafür ein zentraler Treffpunkt. Gemeinsam tolle Touren fahren, Zeit miteinander verbringen und die Saison ausklingen lassen – das war der ursprüngliche Gedanke hinter dem BikeDay.
In diesem Jahr möchten die Fichtelgebirgsracer den Besucherinnen und Besuchern besonders zeigen, wie vielfältig das Freizeitangebot am Kornberg mittlerweile ist. Viele kennen ihn als Wander- und Ausflugsziel mit einer Einkehr an der Kornberghütte. Dabei bietet der Berg auch zahlreiche Möglichkeiten, die Region aktiv zu erleben: beim Mountainbiken, Graveln, Rennradfahren und Laufen.
Diese Vielfalt soll beim BikeDay erlebbar werden und Menschen mit unterschiedlichen sportlichen Interessen zusammenbringen. Für die Fichtelgebirgsracer ist der Kornberg ein zentraler Ort im nördlichen Fichtelgebirge, der dafür viel Potenzial bietet. Und in diesem Jahr wird das Event auch vom Fichtelgebirgsverein als Mitveranstalter unterstützt. Der FGV hat bereits viel für den Mountainbike-Sport in der Region bewegt. Gemeinsam wird gezeigt, was den Kornberg ausmacht: ein Ort für alle, die gerne Rad fahren, draußen unterwegs sind und unsere Region schätzen.
Mit der Veranstaltungslocation am Kornberghaus gibt es einen attraktiven Ausgangspunkt, um gemeinsam aufzubrechen, wieder zusammenzukommen und die Region sportlich zu erleben.

Viele Helfer, viel Eigeninitiative und jede Menge Leidenschaft
Ein BikeDay dieser Größe entsteht nicht von allein. Hinter der Veranstaltung stehen vor allem Menschen, die Lust darauf haben, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.
Initiiert wurde die Veranstaltung von den Fichtelgebirgsracern. Wer konkret mit anpackt, ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Im Verein finden sich viele Enthusiasten, denen dieser gemeinsame Saisonabschluss am Herzen liegt. Dabei kommt viel Eigeninitiative zusammen – aus dem Vorstand genauso wie von den Mountainbike-Begeisterten im Verein.
Was die Fichtelgebirgsracer antreibt, ist vor allem die positive Resonanz. Über die Jahre haben sie beim BikeDay wettertechnisch fast alles erlebt: warme Temperaturen, Kälte, Regen und sogar Schneefall. Trotzdem waren die Rückmeldungen eigentlich jedes Jahr positiv.
Die Menschen kommen, fahren gemeinsam ihre Touren und verbringen einen schönen Tag miteinander.
Diese Unberechenbarkeit gehört inzwischen fast dazu: Kein BikeDay ist genau wie der vorherige – weder beim Wetter noch beim Angebot. Über die Jahre ist ein breit gefächertes Programm entstanden, das die Teilnehmenden sehr schätzen. Mittlerweile sind eigentlich immer zwischen 70 und 90 Menschen dabei – ganz unabhängig vom Wetter.
Wenn die Fichtelgebirgsracer sehen, dass die Menschen gerne kommen und mit Freude dabei sind, investieren sie ihre Zeit und Energie auch gerne. Es ist ihr Sport, den sie selbst leben und lieben.
Menschen zusammenzubringen, die ihre Region genauso schön finden wie sie selbst, und diese Begeisterung zurückzubekommen – genau dafür machen sie das.
Der Große Kornberg auf zwei Rädern: 12-Gipfel-Tour mal anders
Der Große Kornberg ist Teil der FichtelApp 12-Gipfel-Tour. Für die Fichtelgebirgsracer ist er vor allem ein Ausgangspunkt – für ihre Touren vor der Haustür genauso wie für eine 12-Gipfel-Tour durch das Fichtelgebirge.
Wer aus Schönwald, Rehau oder Selb kommt, findet hier seinen ersten Anlaufpunkt. Mit der Hütte, einigen der für sie schönsten Trails im Fichtelgebirge und dem weitreichenden Kornberg-Trailnetz hat der Berg einen besonderen Stellenwert im Vereinsleben.
Die 12-Gipfel-Idee lässt sich natürlich auch auf zwei Rädern erleben. Einige Mitglieder haben diese Herausforderung bereits mit dem Mountainbike gemeistert. Dabei werden gleichzeitig Ausdauer, Geschicklichkeit und Fahrtechnik gefordert. Einzelne Abschnitte muss man auch einmal schieben oder das Rad tragen – das gehört bei einer solchen Tour dazu.
Mit rund 65 Kilometern und mehreren Tausend Höhenmetern ist die Strecke ein anspruchsvolles Vorhaben. Die Fichtelgebirgsracer sprechen von etwa sechs bis neun Stunden Fahrzeit. Wer die Tour angehen möchte, sollte sich entsprechend vorbereiten. Tipps und Unterstützung – auch bei der Trainingsvorbereitung – geben die Vereinsmitglieder gerne weiter.
Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die 12-Gipfel-Idee auf dem Rad zu erleben. Neben der klassischen Mountainbike-Variante gibt es mit dem FCHTLGRVL – „Fichtel Gravel“ auch eine auf das Gravelbike angepasste Tour, zu der die Fichtelgebirgsracer über ein Vereinsmitglied einen direkten Bezug haben.
Wer noch weiter fahren möchte, kann die Runde ausdehnen und das gesamte Fichtelgebirge auf einer Strecke von über 160 Kilometern erleben – etwa über die Kösseine, den Kohlberg und das Egertal zurück Richtung Kornberg.
Die Idee bleibt dieselbe: die Gipfel und die Vielfalt der Region aus eigener Kraft miteinander zu verbinden.
Was das Fichtelgebirge für Mountainbiker besonders macht
Für die Fichtelgebirgsracer ist das Fichtelgebirge vor allem eines: Heimat. Ihre Mitglieder kommen aus der Region oder leben in ihrer Nähe. Sie sind hier verwurzelt und erleben ihre Heimat am liebsten auf dem Rad.
Was das Fichtelgebirge für sie besonders macht, ist die Vielfalt der Wege auf vergleichsweise engem Raum. Hier findet man flache, wurzelige Trails genauso wie steile Anstiege und richtig verblockte Abfahrten, die man eher mit dem Bayerischen Wald oder dem Voralpenland verbindet.
Diese Mischung macht die Touren abwechslungsreich: Untergrund, Gelände und Schwierigkeitsgrad wechseln immer wieder. Anspruchsvolle Passagen lassen sich mit entspannten Abschnitten verbinden.
Typisch ist für die Fichtelgebirgsracer auch, dass eine Tour nicht aus einem einzigen langen Anstieg und einer anschließenden Abfahrt bestehen muss. Man kann immer noch einen Gipfel oder einen Trail dranhängen und die Runde nach Lust, Zeit und Tagesform gestalten.
Gleichzeitig ist man mitten in der Natur und trotzdem meist schnell wieder im nächsten Ort. Das ist praktisch, wenn eine Einkehr oder Versorgung gebraucht wird, eine Panne passiert oder die Tour verkürzt werden soll.
Diese Verbindung aus abwechslungsreichen Trails, vielen Gipfeln und kurzen Wegen zurück in die Orte macht das Fichtelgebirge für die Fichtelgebirgsracer zu einem besonderen Mountainbike-Revier.
Freiraum für Sport, Ideen und Engagement
Das Fichtelgebirge gibt den Fichtelgebirgsracern vor allem den Raum, ihren Sport zu leben. Am Kornberg wird das besonders deutlich: Ihr Trainingsgelände, der Bikepark in Schönwald, grenzt direkt an den Berg. Von dort führen die Nachwuchstrainings im Sommer unmittelbar auf die umliegenden Wege und Trails.
Die unterschiedlichen Untergründe, die abwechslungsreichen Strecken und die Ruhe bieten beste Möglichkeiten, mit den Kindern und Jugendlichen zu trainieren. Hier können sie Fahrtechnik lernen, Vertrauen in ihre Fähigkeiten entwickeln und Freude am Mountainbiken entdecken.
Gleichzeitig finden die Fichtelgebirgsracer Raum für die vielen Facetten ihres Sports: von anspruchsvollen Anstiegen bis zu flowigen Abfahrten, von langen, ruhigen Touren bis zur kurzen, sportlichen Runde um den Kornberg.
Freiraum bedeutet für sie aber auch, selbst etwas gestalten zu können. Mit dem Kornberg BikeDay haben sie die Möglichkeit, ihre Begeisterung mit anderen zu teilen und eigene Ideen umzusetzen. Dabei erleben sie die Beteiligten als offen dafür, das Konzept gemeinsam jedes Jahr ein Stück weiterzuentwickeln.
Freiraum für Macherinnen und Macher bedeutet für die Fichtelgebirgsracer, Platz für ihren Sport und ihre Ideen zu haben – und gemeinsam mit Menschen, die dafür offen sind, etwas für die Region auf die Beine zu stellen.

