Hohe Matze (813 m)

Wasserscheide, Breitengrad und ein Geheimnis aus dem Mittelalter – die Hohe Matze ist einer der stillsten und gleichzeitig faszinierendsten Gipfel des Fichtelgebirges.

Mit ihren 813 Metern Höhe liegt die Hohe Matze, auch Hohe Mätze genannt, im südlichen Teil des Fichtelgebirges zwischen den Orten Nagel und Tröstau. Der Gipfel besteht aus einer imposanten Aufeinandertürmung von ovalförmigen Granitfelsen, die Hänge darunter sind dicht bewaldet und laden zu ruhigen Wanderungen ein. Ein Berg für alle, die das Ursprüngliche suchen und dabei Großes entdecken möchten 🌿.

Was steckt hinter dem Namen „Hohe Matze“? 📖

Der Name hat eine bescheidene, aber treffende Herkunft: Bereits 1393 findet sich die Schreibweise „mazen“, später wird aus „meze“ und „mätze“ der heutige Name. Die Bedeutung ist eindeutig: „Weideberg“. Ein Berg, auf dem einst das Vieh auf die Weide getrieben wurde.

Wer heute hinaufwandert, kann sich gut vorstellen, wie diese Hänge einst von Weidetieren belebt waren, bevor der Wald sie zurückerobert hat 🐄🌄.

Das Blockmeer am Gipfel 🪨

Oben angekommen erwartet Dich kein klassischer Aussichtsgipfel mit Turm und Gaststätte, sondern ein gewaltiges Blockmeer aus ovalförmigen Granitfelsen, die durch Jahrtausende der Verwitterung ihre gerundeten, wollartig gestapelten Formen angenommen haben. Das Gipfelkreuz thront hoch oben auf einem aufgetürmten Haufen mächtiger Steinblöcke und ist nur für beherzte Boulderer zu erreichen! 🧗‍♀️

Das Geheimnis von Schloss Karlstein 🏰

Auf der Hohen Matze soll einmal das Schloss Karlstein gestanden haben. So zumindest geht es aus alten Überlieferungen hervor. Doch urkundlich beweisen lässt sich das bis heute nicht, da leider kein einziges Dokument eindeutig belegt, dass hier je eine Burg stand. Trotzdem hält sich die Geschichte hartnäckig. Und wenn man auf dem Gipfel zwischen den gewaltigen, aufgetürmten Felsen steht, kann man sich durchaus vorstellen, dass jemand diesen strategisch gelegenen, natürlich befestigten Ort für eine Burganlage genutzt haben könnte. Ob Sage oder Wahrheit – die Hohe Matze trägt ihr Geheimnis mit Würde 🤫👑.

Der 50. Breitengrad und die europäische Wasserscheide 🌍

Die Hohe Matze ist geografisch ein ganz besonderer Ort: Gleich zwei bedeutende Linien verlaufen über ihren Gipfel.

Erstens: Die Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer. Wasser, das westlich des Kamms fällt, fließt letztendlich zur Nordsee, Wasser auf der anderen Seite findet seinen Weg zum Schwarzen Meer💧.

Zweitens: Der 50. Breitengrad – jener geografische Parallelkreis, der durch Städte wie Prag, Wrocław oder Köln verläuft – schneidet genau durch den Kamm der Hohen Matze 🗺️.

Die Girgelhöhle 🔦

Nicht weit vom Wanderweg zur Hohen Matze entfernt liegt eines der spannendsten Geotope der Region: die Girgelhöhle. Hinter ihrem unscheinbaren Eingang verbirgt sich eine von zusammengestürzten Granitfelsen gebildete Grotte: kühl, moosbedeckt und von einer ganz eigenen Atmosphäre. Wer sie erkunden möchte, sollte unbedingt eine Taschenlampe mitbringen, denn im Inneren wird es schnell dunkel 🕳️.

+++Unser Tipp: Erkunde die Girgelhöhle am besten mit ausreichend Licht und festen Schuhen und lass Dir etwas Zeit, um die moosbedeckten Granitwände auf Dich wirken zu lassen. Das ist echter Fichtelgebirgs-Zauber! 🔦🌿++++

Die Prinzenfelsen 🤴

Auf dem Weg zur Hohen Matze, zwischen dem Silberhaus an der B303 und dem Gipfel, liegen die Prinzenfelsen. Eine beeindruckende Gruppe von Granit-Felstürmen im Staatsforst. Zwei davon ragen besonders heraus: der Prinz-Ludwig-Felsen und der kleinere Prinz-Leopold-Felsen 👑. Auf den größeren Turm führen Treppen zu einer Aussichtsplattform mit herrlichem Blick ins Fichtelnaabtal und auf die umliegenden Bergketten 🌄.

Die Geschichte ihrer Namen ist charmant: Im Volksmund hießen die Felsen lange schlicht „Girglstein“. Erst am 25. November 1911 wurden sie bei einem feierlichen Festakt des Fichtelgebirgsvereins zur Erinnerung an die Besuche der beiden Wittelsbacher Prinzen Ludwig (1905) und Leopold (1910) im Fichtelgebirge umbenannt.

Die Prinzenfelsen liegen genau auf dem 50. Breitengrad, sind als Naturdenkmal und Geotop (Geotop-Nummer 479R024) geschützt und seit 2007 auch offiziell Teil des Fränkischen Gebirgswegs 🪨.

Wandern an der Hohen Matze 🚶‍♀️

Der klassische Ausgangspunkt ist das Silberhaus an der B303 (zwischen Tröstau und dem Seehaus-Parkplatz). Von dort folgt man dem FGV-Höhenweg H (weißes H auf rotem Grund) durch den Wald in Richtung Süden, vorbei an der Girgelhöhle und den Prinzenfelsen, bevor der Weg hinauf zur Hohen Matze führt.

Der Fränkische Gebirgsweg führt ebenfalls zu den Prinzenfelsen und ist ein schöner Alternativweg. Wer mehr Kilometer möchte, kann die Tour bis zur Kösseine verlängern; dem nächsten großen Gipfel im Süden, mit dem berühmten Kösseineturm und dem Kösseinehaus.

Für Familien mit älteren Kindern ist die Hohe Matze gut geeignet: keine extremen Steigungen, dafür umso mehr zu entdecken: Felsen, Höhle, Aussichtsturm und eine gute Portion Geschichte 🌲👨‍👩‍👧‍👦.

Die 12-Gipfel-Tour

Die Hohe Matze überrascht mit stiller Größe: zwei Weltmeere, ein Breitengrad und ein Schlossgeheimnis – auf 813 Metern. 🌲🌍

Du findest weitere Insiderartikel in der FichtelApp, Deiner Regional-App.

+++Tipp: Du möchtest noch mehr erfahren und direkt Fichtel-Punkte sammeln? Dann versuche Dich doch an unserem interaktiven Quiz! Sobald Du im Umkreis von 100 m des Gipfelkreuzes bist, kannst Du Dein Wissen testen und wertvolle Fichtel-Punkte sammeln!+++

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