Die Platte (883 m)

Stille, Weite und ein Meer aus Granit, das die Zeit vergessen lässt – die Platte ist einer der ursprünglichsten und eindrucksvollsten Gipfel des Fichtelgebirges. Kein Turm, kein Trubel, nur Fels, Moos und ein atemberaubender Blick ins Herz des Gebirges. 🌲🪨

Mit ihren 883 Metern Höhe liegt die Platte im südlichen Schneebergmassiv. Sie gehört zum Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge, die nächsten Orte sind Fichtelberg im Westen und Tröstau im Osten. Was die Platte besonders macht: Sie ist einer der wenigen Gipfel im Fichtelgebirge, der sich ganz der Natur überlassen hat – roh, ursprünglich und voller stiller Kraft 🌿.

Ein Meer aus Stein – die Blockhalde 🪨

Das Herzstück der Platte ist ihre gewaltige Blockhalde – ein weitläufiges Feld aus kantigen Granitplatten, die sich über den gesamten Gipfelbereich erstrecken. Es gilt als das größte Blockmeer im Fichtelgebirge und beeindruckt durch schiere Größe und Ursprünglichkeit.

Entstanden ist diese Steinwelt als Folge jahrtausendealter Verwitterung: Starker Frost sprengte das Gesteinsmaterial von den Felsköpfen der Bergkuppe, die Bruchstücke kamen am Fuß der Felsformation zur Ruhe und blieben dort. Die Granite der Platte gehören zum sogenannten Randgranit (Dachgranit), der feinkörnig mit Feldspat, Quarz und Biotit zusammengesetzt ist und viele der markantesten Gipfel des Fichtelgebirges prägt.

Der Gipfelbereich ist auf 4,1 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen und zugleich als Bio- und Geotop anerkannt. Ein Hinweis auf den besonderen Wert dieses Ortes: Bitte bleib auf den Wegen und versuche nicht, über die Steine zu balancieren – das schützt nicht nur die seltene Natur, sondern auch Dich selbst, denn mancher Block kann ins Wackeln geraten. 😉

Seltenes Leben auf nacktem Granit 🌿

Zwischen den Steinblöcken der Blockhalde hat sich im Laufe der Jahrtausende ein ganz eigenes Ökosystem entwickelt. Wo kaum Boden vorhanden ist, wo kein anderes Kraut wächst, haben sich seltene Moose und Flechten auf den Felstrümmern angesiedelt. Sie sind die Pioniere dieser kargen Steinwelt: unauffällig, aber ökologisch bedeutsam.

Unterhalb des Gipfels dagegen prägt dichter Nadelwald den Berg. Und mittendrin, an der Grenze zwischen Wald und Fels, zeigt sich ein typisches Fichtelgebirgs-Bild: einzelne Fichten, die sich auf den unwirtlichen Höhenlagen förmlich den Weg durch das Gestein erzwingen 🌲.

Das Gipfelkreuz und der Heimatblick ✝️

Oben auf der Platte erwartet Dich keine Gaststätte, kein Turm – dafür etwas, das manchmal mehr wert ist: Stille und Weite. Ein schlichtes Holzkreuz markiert den Gipfel und gibt dem Ort eine ruhige, meditative Atmosphäre. Viele Wanderer empfinden den Aufstieg zur Platte als besonders erholsam, gerade weil hier oben die hektische Welt weit entfernt scheint.

Von der kleinen Aussichtskanzel mit Steintreppen, dem sogenannten „Heimatblick“, öffnet sich ein fantastischer Rundblick in das Innere des Fichtelgebirgshufeisens: Zu sehen sind der markante Doppelgipfel der Kösseine, das Röslautal, weite Waldgebiete und an klaren Tagen sogar Tröstau und Wunsiedel🌄.

+++ Unser Tipp: Nimm Dir hier oben Zeit zum Innehalten. Der Blick ins Hufeisen des Fichtelgebirges ist einer der schönsten und unberührtesten Aussichtspunkte der gesamten Region und das ganz ohne Trubel! ✝️🌲+++

Das Silberhaus – Ausgangspunkt mit Geschichte 🏡

Der klassische Ausgangspunkt für eine Wanderung zur Platte ist das Silberhaus, direkt an der B303. Heute begrüßt hier ein Gasthof mit großem Parkplatz die Wanderer.

Doch der Ort blickt auf eine lange Geschichte zurück: Auf dem Weg hinauf zur Platte passiert man einen Gedenkstein, der an das Alte Silberhaus erinnert, das bis 1868 an dieser Stelle stand. Einst ein Unterkunftshaus für Wanderer und Bergbauleute, ist davon heute außer dem Stein und einigen alten Baumstämmen als Totholz nichts mehr übrig.

Wandern zur Platte 🚶‍♀️

Der Aufstieg vom Silberhaus-Parkplatz ist gut ausgeschildert und in etwa einer Stunde zu schaffen. Der Weg führt zunächst durch dichten Wald, vorbei am Gedenkstein der Alten Silberhütte, bevor sich kurz vor dem Gipfel der Blick weitet und die ersten Granitblöcke der Blockhalde sichtbar werden. Auf den Steintreppen des Heimatblicks geht es dann zum schönsten Aussichtspunkt hinauf.

Für den Rückweg lohnt sich der Abstieg über den Höhenweg H. Er führt durch besonders schöne Waldpassagen und ist gemütlicher als der direkte Anstieg 🌲. Wer möchte, kann die Tour bis zum Seehaus verlängern und dort einkehren, bevor es zurück zum Ausgangspunkt geht.

Die Platte ist für geübte Wanderer und ältere Kinder gut geeignet. Kleine Kinder sollten am Gipfelbereich beaufsichtigt werden, denn die Steinblöcke sind verlockend, aber nicht zum Klettern gedacht.

Die 12-Gipfel-Tour

Die Platte zeigt das Fichtelgebirge von seiner ursprünglichsten Seite: kein Rummel, kein Turm, nur Granit, Moose und der weite Blick ins Hufeisen. 🌲🪨

Du findest weitere Insiderartikel in der FichtelApp, Deiner Regional-App.

+++Tipp: Du bist bereits ein Platte-Experte? Dann versuche Dich doch an unserem interaktiven Quiz! Sobald Du im Umkreis von 100 m des Gipfelkreuzes an der Platte bist, kannst Du Dein Wissen testen und wertvolle Fichtel-Punkte sammeln!+++

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