Wenn eine Region selbst die Initiative ergreift: Mehr als 25 Unternehmen signalisieren Interesse am Energiepark Hochfranken

Die weltpolitische Lage macht es deutlicher denn je: Wer Zukunft gestalten will, muss beim Thema Energie unabhängig werden. Explodierende Energiepreise, geopolitische Abhängigkeiten und ein globaler Wettbewerb, der massiv auf die Industrie drückt – das sind keine abstrakten Bedrohungen, sondern tägliche Realität für heimische Unternehmen. In unserer Region hat man schon lange vor dieser Entwicklung erkannt, dass die Antwort auf die Energiefrage nur eine sein kann: autark, erneuerbar und regional.

Der nächste große Schritt in Richtung dieser Vision wurde nun gemacht. Die Landkreise Hof und Wunsiedel i. Fichtelgebirge haben gemeinsam mit der ZukunftsEnergie Nordostbayern GmbH (ZENOB) und der Unternehmerinitiative Hochfranken zur Auftaktveranstaltung des „Energiepark Hochfranken – Regionaler Strom für energieintensive Unternehmen in der Region“ eingeladen. Mehr als 25 Vertreterinnen und Vertreter großer, oft energieintensiver Unternehmen aus beiden Landkreisen waren gekommen – rund 90 Prozent von ihnen signalisierten direkt vor Ort ihr Interesse, Teil dieser Entwicklung sein zu wollen.

Die Botschaft der Veranstaltung war klar und unmissverständlich. Landrat Peter Berek (Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge) formulierte das Ziel des Projekts in aller Deutlichkeit: „Das Ziel ist nicht weniger als ein niedriger und stabiler Industrie- und Gewerbestrompreis für die Region – das ist kein Wunschdenken, sondern eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit.“ Der Hofer Landrat Dr. Oliver Bär unterstrich, warum das Thema so viel Gewicht hat: „Für unsere Region ist das Thema Energie insbesondere deshalb von zentraler Bedeutung, weil überdurchschnittlich viele energieintensive Betriebe haben. Wir wollen deshalb alle Möglichkeiten nutzen, um die Wirtschaft in unserer Region zu unterstützen.“

Marco Krasser, Geschäftsführer der ZENOB, erläuterte das Konzept und machte deutlich, dass sich die Herausforderungen mit erneuerbaren Energien, intelligenten Speicherlösungen und einer smarten Steuerung lösen lassen. Die Wertschöpfung bleibt komplett vor Ort: von der lokalen Erzeugung über den eigenverantwortlichen Handel bis zur Einbindung lokaler Versorger – und am Ende stehen Kunden, die ein CO₂-neutrales und vergleichsweise günstiges Produkt beziehen. Um die ambitionierten Ausbauziele zu erreichen, müsse die Industrie in Anlagen investieren.

Die Perspektive der Wirtschaft brachten Jürgen Werner (REHAU AG) und Dr. Jochen Endrejat (RAPA) für die Unternehmerinitiative Hochfranken ein. Beide stellen sich klar hinter das Konzept und riefen die Anwesenden dazu auf, sich ebenfalls einzubringen. Die Veranstaltung schloss mit einem klaren Meinungsbild: rund 90 Prozent der anwesenden Unternehmen gaben eine Interessensbekundung ab, in konkrete Gespräche mit den Expertinnen und Experten des Future Energy Lab (FeL) in Wunsiedel einzusteigen. Dieses wird schnellstmöglich auf die interessierten Unternehmen zugehen, um individuelle Beteiligungsmöglichkeiten und konkrete nächste Schritte zu besprechen. Der Energiepark Hochfranken soll in den kommenden 10 Jahren umgesetzt sein, ist aber auf stetige Weiterentwicklung ausgelegt. Ziel ist, dass auch Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen können und von dem Projekt profitieren.

GEMEINSAME MEDIENINFO
der Landkreise Hof und Wunsiedel i. Fichtelgebirge, sowie der ZENOB