Luisa Hagen: Warum wir nach 15 Jahren Großstadt zurück ins Fichtelgebirge gezogen sind

Heimat (Substantiv, feminin) – Gebiet, in dem du aufgewachsen bist, dich willkommen und frei fühlst; ein Ort, an den du immer wieder gerne zurückkehrst; feiert deine Bräuche und Sitten und beherbergt viele schöne Erinnerungen an deine Kindheit und Familie (vgl. Geborgenheit, Zuhause und „meine Wurzeln“).
Das beschreibt es ziemlich gut – und genau dieser Text hängt auch als Bild bei uns Zuhause an der Wand.

Rückkehrerin Luisa Hagen in ihrem Garten im Fichtelgebirge

Warum bist du zurückgekommen?

Mein Mann und ich sind beide hier geboren und aufgewachsen. Erst als unser erster Sohn zur Welt kam, haben wir wirklich gespürt, was wir an unserer Heimat hatten. Die Corona-Pandemie hat uns diesen Wunsch noch einmal deutlich vor Augen geführt: raus in die Natur, Familie um sich haben, den eigenen Alltag entschleunigen. Als Eltern hat sich unser Blick auf das Wesentliche verändert – und das Leben im ländlichen Raum war genau das, was wir für uns und besonders für unsere Kinder wollten.

Wir waren unserer Heimat auch während unserer Zeit in München verbunden, sind regelmäßig zu Besuch gekommen und haben in Marktredwitz geheiratet. Doch irgendwann war klar: Wir wollen unserem Sohn die Kindheit ermöglichen, die wir hier erleben durften – umgeben von Omas, Opas und unserer gesamten Familie, mitten im Grünen.

Warum hast du dich für einen Job im Landratsamt Wunsiedel entschieden?

Eigentlich wollte ich schon meine Ausbildung hier im Landkreis Wunsiedel machen, doch 2007 gab es keine Ausbildungsplätze in der Beamtenlaufbahn. So führte mich mein Weg zunächst zur Landeshauptstadt München, wo ich mehrere Jahre in der Ausländerbehörde gearbeitet habe – ein Themenfeld, das mir immer sehr gefallen hat.

Als wir begannen, den Umzug zurück ins Fichtelgebirge zu planen, stießen wir genau zum richtigen Zeitpunkt auf eine passende Stellenausschreibung im Landratsamt Wunsiedel – ebenfalls in der Ausländerbehörde. Heute arbeite ich als Regierungsbeamtin in Wunsiedel und schätze besonders die Vielfalt im Ausländerrecht, die gute Teamarbeit und die Möglichkeit, Familie und Beruf durch meine Teilzeitstelle miteinander zu verbinden.

Warum hast du dich für das Leben in der Region entschieden?

Neben der Möglichkeit, beruflich wieder im Ausländerrecht arbeiten zu können, schätzen wir als Familie besonders, dass wir unsere Familien wieder um uns haben. Unsere inzwischen zwei Söhne sehen ihre Großeltern fast täglich und wachsen gemeinsam mit Onkel, Tanten, Cousin und Cousine auf – nicht nur an einem Wochenende im Monat.

Wir konnten uns hier Wohneigentum ermöglichen und wohnen nun zentral, aber dennoch mitten in der Natur, nah am Stadtwald. Unser Alltag hat sich durch das Leben auf dem Land – wie erhofft – komplett entschleunigt. Wir genießen es sehr, mit unseren Kindern unsere alte und gleichzeitig neue Heimat wieder zu entdecken.

Der Weißenstädter See, mit Bäumen der Lieblingsort von Luisa Hagen

Besonders lieben wir es, den Weißenstädter See als Familie zu besuchen – ob für einen Spaziergang am Ufer, zum Baden im Sommer oder einfach für eine kleine Auszeit am Wasser. Für uns ist er einer dieser besonderen Orte im Fichtelgebirge, die uns immer wieder bewusst machen, warum wir genau hier zuhause sein möchten.

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